Die regionalen Wirtschaftsförderer der Wireg haben "dat repair" gerade als einen der "Jobmotoren" - neben der Post und zwei großen Callcentern - gelobt, dank 140 neuer Arbeitsplätze. Inzwischen beschäftigt das Flensburger Familienunternehmen 250 Elektrotechniker, Logistiker, IT-Spezialisten sowie Büro- und Industriekaufleute damit, defekte Mobiltelefone zu reparieren und auf schnellstem Wege zum Kunden zurückzubringen.
Auch die Service-Werkstatt in Weiche hat seit einem Jahr ein Callcenter, nennt es jedoch "Kommunikationszentrum". Dieses ist die jüngste Innovation und beschäftigt 40 Angestellte. Denn nicht Akquise sei das Streben, sondern Kunden-Beratung, wenn es um Festnetz-Produkte der Deutschen Telekom gehe. Geschäftsführer und Gesellschafter Kai Sievertsen schüttelt beim Vorwurf langer Warteschleifen energisch den Kopf und hält dagegen, dass hier weder geworben noch "unnütze Dienste" verkauft werden.
Der Betrieb will weiter wachsen: In diesem Jahr will "dat repair" sein Repertoire um Marken ergänzen und buhlt um weitere Hersteller. "Wir konzentrieren uns auf neue Kunden." Um welches Segment es sich handeln könnte, lässt Sievertsens Assoziationskette erahnen: "Handy, Smartphone, I-Phone, I-Pad, Notebook". Und das bringt weitere Arbeitsplätze.
Dass "dat repair" vielen Flensburgern nicht bekannt ist, macht Sievertsen nichts aus. Im Gegenteil, der Mitbegründer des Familienunternehmens fordert das Bekenntnis zur Unkenntnis heraus. Denn das ist Teil der Strategie. "Man kennt uns am Markt", hebt er hervor, was zählt, und er glaubt an den guten Ruf, der den Betrieb blühen lässt.
Im Jahr 1992 gründeten der Flensburger Funkelektroniker und sein Vater, ein Kaufmann, "Das Autotelefon" mit dem Schwerpunkt auf dem Vertrieb. Das namengebende Equipment ist inzwischen unzeitgemäß, der Fokus beim zu "dat repair" umbenannten Unternehmen auf Service, also Reparaturen, übergegangen. Als exklusiver Ansprechpartner für den deutschen und europäischen Markt für Motorola habe sein Unternehmen von Erfolgen profitiert, aber auch "unter Misserfolgen gelitten". Während die von Anfang "sehr enge Kooperation" mit Motorola aus Sievertsens Sicht für das hohe Niveau sorgte und bürge, habe der "Partner Telekom uns den Markt geöffnet".
Denn: Zur Markteinführung des I-Phones Anfang November 2007 in Deutschland, das bis zum vorigen Herbst ausschließlich von der Telekom vertrieben worden ist, wählte diese "dat repair" als Partner. Die Firma gelte damit als erste Service-Werkstatt für I-Phones in Deutschland, sagt Sievertsen voller Stolz und rechnet vor, dass gerade mal zwei Wochen geblieben seien, um sich auf ein "komplett neues Gerät einzustellen".
Vor allem die Flexibilität seiner Mitarbeiter schätzt der 43-jährige Chef hoch ein. Und er macht keinen Hehl daraus, dass er 30 bis 40 Zeitarbeiter beschäftigt, manche seit über einem Jahr. "Wir brauchen innovative Abläufe", erklärt er. Die Firma passe Prozesse an Kundenanforderungen an, indem sie sich beispielsweise nach Postzustellern richtet und vor einiger Zeit ihren Arbeitsbeginn um zwei Stunden nach hinten verschoben hat. 1500 Pakete versendet "dat repair" aus Flensburg-Weiche täglich.
Inzwischen gehen auf insgesamt 4000 Quadratmetern Fläche 50 000 Service-Vorgänge im Monat über die Werk- oder Schreibtische - vor drei Jahren waren es halb so viele.
Von Antje Walther/ sh:z
