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Die junge Kraft der Androiden

20.05.2009 • Von: Michael Spehr auf faz.net

Jung, ledig, ständig unterwegs, auch und vor allem im Internet: So darf man sich das typische Zielpublikum der neuen Google-Handys vorstellen. Seit Februar ist das G1 bei T-Mobile erhältlich, nun zieht Vodafone mit dem HTC Magic nach. Was macht die Faszination aus? Beide kopieren in vielerlei Hinsicht das iPhone. Sie bieten einen großen Bildschirm mit hoher Auflösung (320 × 480 Pixel), sie werden mit sanften Berührungen bedient (das G1 hat zusätzlich eine aufklappbare Tastatur), und das Betriebssystem ist schick, schnell, modern. Im Unterschied zum iPhone lassen sie sich in allen Netzen einsetzen, nötigenfalls auch mit einer Prepaid-Karte.

Für mehr Offenheit steht zudem das Linux-Betriebssystem Android, das von Google zusammen mit den Netzbetreibern sowie Motorola, Samsung, Sony Ericsson, HTC und anderen in einer „Open Handset Alliance“ entwickelt wird. Android soll demnächst sogar auf kleinen PCs zum Einsatz kommen. Sein Programmcode basiert auf der Open-Source-Idee und ist in großen Teilen frei einsehbar. In Sachen Bluetooth und GPS-Anwendungen oder der Erweiterung des Speichers mit Micro-SD-Karten sind die Google-Maschinchen dem iPhone sogar überlegen.

 

Etwas kleiner, kompakter und leichter

Flinke Eingaben: Mit der neuen Software 1.5 gibt es zusätzlich eine virtuelle Tastatur

Aber die lobenswerte Idee der Offenheit und Transparenz stößt schnell an Grenzen. Das Stichwort heißt Google: Beide Modelle sind ganz auf die Google-Dienste zugeschnitten. Nicht nur in Sachen E-Mail, sondern auch mit dem Chrome-Browser, mit Google Maps und der Kontaktverwaltung. Wer sich nicht mit den Angeboten der zunehmend unheimlichen Datenkrake anfreunden kann, ist hier schlecht beraten. Mit der ersten Android-Version konnte man das Handy ohne Gmail-Konto nicht einmal in Betrieb nehmen, das ist nun mit Version 1.5 anders, indes geht ohne dieses vieles nicht.

Doch zunächst ein Blick auf die Hardware: Ob der fehlenden Tastatur ist das ganz neue HTC Magic etwas kleiner, kompakter und leichter als das G1. Eingaben nimmt man allein mit einer virtuellen Tastatur auf dem Bildschirm vor, eine Wortratefunktion tritt ergänzend hinzu. Die reale Tastatur des G1 ist zwar ordentlich und erlaubt eine schnellere Texterfassung, aber das ständige Auf- und Zuschieben stört gewaltig. So gesehen gefällt das Neue besser. Es hat zudem einen etwas stärkeren Akku und hält damit rund anderthalb Tage durch. Gemeinsam ist beiden eine nahezu vollständige Ausstattung mit UMTS und HSDPA (bis 7,2 MBit/s), Bluetooth, Wireless-Lan, sehr empfindlichem GPS-Empfänger und passabler Kamera. Eine Sprachwahl und -steuerung fehlt, die Verarbeitungsqualität ist mittelmäßig.