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Handy-Radar belebt Mobilfunk-Branche

15.05.2009 • Von: wirtschaftsblatt.at

Der Deal zwischen Garmin und Asus sowie Googles umstrittener Ortungsdienst zeigen: Ortsabhängige Dienste für das Handy sind der nächste Turbo für die Mobilfunk-Branche.
Jason Bourne lässt grüßen: In Agenten-Filmen ist es eine Selbstverständlichkeit, dass der Standort einer Person auf Knopfdruck ersichtlich wird - doch nun schaffen das nicht nur die Geheimdienste: Mit dem Google-Service "Latitude", der vor Kurzem gestartet ist, kann der Aufenthaltsort rasch angezeigt werden: am Smartphone oder am PC (via iGoogle) wird der Standort der Person eingeblendet - vorausgesetzt, diese stimmt der Überwachung zu. Zwar ist die Ortung ziemlich ungenau, trotzdem führte Latitude zu wütenden Protesten von Datenschützern (siehe rechts) - was vor allem an der generell eigenwilligen Einstellung von Google zur Verwendung privater Daten liegen könnte.

Doch sogenannte "Location Based Services" (kurz LBS), also ortsbezogene Dienste, stehen damit vor dem Durchbruch. Seit Jahren bastelt die Mobilfunk-Branche an der praktischen Umsetzung von GPS- und anderen Technologien, um etwa neue Werbedienste zu ermöglichen. Unternehmen könnte das auch die Möglichkeit geben, ständig ihre Mitarbeiter zu "sehen" - mit allen rechtlichen (und moralischen) Fragezeichen, die dahinter stehen. Das aus der Logistik bekannte "Tracking-Service", bei dem der Weg eines Pakets ständig verfolgt wird, ist nun jedenfalls auch für Personen denkbar. Neben GPS können zur Ortung auch die Daten von Mobilfunkmasten oder WLAN-Zugriffspunkte verwendet werden. Laut aktueller US-Studie wird die spezielle Verknüpfung von LBS und Social Networking à la Facebook einen lukrativen Markt eröffnen. Umsatzprognose für die nächten fünf Jahre: 3,3 Milliarden Dollar. Auch im nächsten Firefox-Browser sollen übrigens ortsabhängige Services bereits integriert sein.

Ein weiteres Indiz dafür, dass GPS & Co. die Mobilfunk-Branche anheizen: Garmin, Hersteller von Navigationsgeräten, hat mit Asustek Computer eine strategische Allianz vereinbart. Unter dem Namen "Garmin-Asus" werden die beiden Smartphones anbieten, die sich dank ausgeklügelter Location-based-Services von der Konkurrenz abheben wollen. Garmin hat damit seine Strategie, sich auf die Navigations-Nische zu konzentrieren, aufgegeben und stürzt sich auf den Handymarkt. Noch im Februar soll das Nuvifone G60 als erstes Gerät der Allianzpartner vorgestellt werden.